Duo-Marathon, Mannheim, 24.5.2008
Wir, das Laufteam „Jimmy und Debo,“ sind den ganzen Tag hibbelig. Um 14:40h dann geht es endlich los: Einsteigen in die OEG, Richtung Mannheim. Dort angekommen finden wir die Anmeldung zunächst nicht. Statt eines Wegweisers dürfen wir einen großen MLP-Gasluftballon bestaunen der mehrere Meter über dem Boden schwebt. Er gilt mir als sympthomatisch für diese Veranstaltung: Immer wieder Werbung. Erst stellt sich ein innovativer Mannheimer Büroausstatter über das Hauptmikrofon vor. Dann werden wir über die Teilnahme eines Firmenteams informiert. Stolz langweilt uns der Geschäftsführer mit den Teilnahmekonditionen seiner Belegschaft. Auch die Startnummernausgabe ist voll von kommerziellen Anbietern. Uns beschäftigt die Frage, wie der Wechsel des Zeitchips vor sich geht. Wir bekommen eine unklare Antwort.
Je näher der Start rückt, desto unruhiger werde ich. Angespannt, ängstlich nicht rechtzeitig an den Start zu kommen und deswegen auch aggressiv quetsche ich mich durch die Menschenmassen in Richtung Startblock A 3. An Warmlaufen ist hier nicht zu denken. Warm wird mir nur durch die vielen dem Start entgegenfiebernden Körper um mich herum. Ich hüpfe ein wenig auf der Stelle. Ungeduldig schaue ich immer wieder auf die Uhr. Dann endlich der Startschuss. Doch kommt die Menschenmasse vor mir nur schwerfällig in Gang. Endlich erreiche ich die Startlinie. Da sich die Laufsituation auch hier nicht ändert werde ich panisch, panisch vor Angst das meiner Zielzeit entsprechende Tempo nicht laufen zu können. Ich laufe also Zick-Zack um die anderen Wettkämpfer herum, weiche aus, zwänge mich durch und schiebe auch den ein oder anderen unter verständlichen Rufen der Empörung etwas unsanft zur Seite. Eine Lösung find ich schließlich darin auf dem Gehweg zu laufen. Dort kann ich endlich das nötige Lauftempo erreichen. Doch der unruhige Start hat seine Spuren hinterlassen: Ich habe nicht nur übermäßíg viel Kraft, die mir später fehlt einsetzen müssen, sondern werde auch durch Schmerzen in der Seite und im Bauch gequält. Ich bete und hänge mich, dem Ratschlag meines Bruders folgend, an die Fersen eines anderen Läufers. Zwar geht der Plan in einer Weise auf und ich komme in einen gleichmäßigeren Rhythmus hinein, jedoch ist jeder Pacemaker, dem ich mich auch anschließe für die Erreichung meiner Zielzeit zu langsam. Also laufe ich allein weiter. Irgendwann sind die Schmerzen in der linken Seite und in der Mitte des Bauches weg. Doch dafür tauchen andere Schwierigkeiten auf. Die drückende Abendschwüle setzt mir zu und mindert meine Leistungsfähigkeit. Die einsetzenden wenigen Regentropfen sind zwar körperlich kaum der Rede wert, drücken aber aufs Gemüt. Schließlich kommt gegen Ende des Laufes eine unerwartete ca. 3 km ansteigende Autobahnbrücke, aufgrund derer ich weitere wertvolle Sekunden verliere. So erreiche ich das Ziel schließlich nur bei 1:31:33h statt bei den angestrebten 1:30h; Grund genug es am 5.7.2008 in Düsseldorf Himmelgeist, diesmal mit meinem Bruder als Pacemaker und auf seiner Trainingsstrecke wieder zu versuchen. Der Wechsel klappt trotz der unklaren Information relativ gut. Ich übergebe den Zeitchip an meine Schwester. Sie hat einen besseren Start als ich, konnte sich aufwärmen und ungehindert loslaufen. Nach 2:04:21h kommt sie im Ziel an und wir erreichen zusammen ein Ergebnis von 3:35:55h, Platz 223 von 758.






